Gedanken zum Jahreswechsel

2017 kann kommen2017 hat begonnen. Was bedeutet das für die persönliche Finanz- und Anlagesituation? Immer häufiger stößt man seit geraumer Zeit auf Unverständnis, gelegentlich gar Verzweiflung über den Wahnsinn der weltpolitischen, finanzwirtschaftlichen Verhältnisse! Bezüglich der Geldanlage macht das Wort vom „Anlagenotstand“ die Runde. Wenngleich sich die Märkte nicht nach dem Kalenderjahr richten, scheint es dennoch immer wieder eine reizvolle wie ambitionierte Aufgabe, einen Rückblick und speziell einen Ausblick auf das kommende Jahr zu wagen.
Einstein soll einmal – passend in diesem Kontext – gesagt haben: „Man muss die Welt nicht verstehen, man muss sich nur darin zurechtfinden“. Als Berater in Sachen Vermögensaufbau, Altersversorgung, Geldanlage und Ruhestandsplanung ist es – im Rahmen der staatlich vorgegebenen Leitlinien – unser Bestreben, unseren Kunden die von diesen gewünschte Orientierung für Anlageentscheidungen zu geben.

Dabei stehen – wie vom Gesetzgeber vorgegeben – die Ziele sowie damit eng verbunden, die Laufzeiten der Anlage bzw. der Sparprozesse, die Risikoneigung und Risikotragfähigkeit sowie die finanziellen Verhältnisse der Kunden im Focus der Analyse und Beratung. Aus der jeweiligen diesbezüglichen Gemengelage jedes einzelnen Kunden gilt es für die individuellen Ziele Strategien zu erarbeiten und schriftlich festzulegen. In einem weiteren Schritt sind dann Überlegung anzustellen, mit welchen Maßnahmen und Instrumenten – also Spar- bzw. Anlageprodukten – die Strategien umzusetzen und die Ziele bestmöglich zu verfolgen sind. Wie die einzelnen Spar- bzw. Anlageprodukte funktionieren, hängt nun aber von den zukünftigen Entwicklungen der relevanten Bestimmungsgrößen ab – also

  • den Marktzinsen
  • den Inflationsraten
  • dem Wirtschaftswachstum
  • den Unternehmensgewinnen
  • der Beschäftigung bzw. Arbeitslosigkeit
  • den Bevölkerungsbewegungen
  • der Demographie
  • den Währungsparitäten

Während (fest-)verzinsliche Anlagen in erster Linie von den Marktzinsen abhängig sind, aber auch von der Bonität des Schuldners (Staaten, Banken, Unternehmen), wird der Goldpreis von Zinsentwicklungen, vom Vertrauen in die Wirtschaft, in die politische Stabilität und die der Währungen geprägt. Ohne eigenen Ertrag – kein Zins-, kein Dividenden-, kein Mietertag – ist der Goldpreis – abgesehen von kulturell-religiösen Einflüssen – ein Spiegelbild des Krisenempfindens, eine Risikowährung.
Die Immobilienpreise werden von allen vorstehend genannten Größen beeinflusst, insbesondere aber vom quantitativen und qualitativen Verhältnis von Angebot und Nachfrage. Die Chance einer „immobilen“ Immobilie, zeitnah und mit geringen Kosten auf Angebots- und Nachfrageveränderungen zu reagieren, ist begrenzt.
Die Aktienkurse hängen auch 2017 ebenfalls von allen genannten Faktoren ab und werden weltweit in Echtzeit angepasst. So könnte man der Versuchung erliegen, die Einflussfaktoren vorherzusagen und damit die Entwicklung der Aktienkurse zu antizipieren.
Die Ergebnisse derartiger Vorhersagen für das kommende Kalenderjahr sind aus der Vergangenheit hinlänglich bekannt. Sie lagen in aller Regel gänzlich daneben – sind diese doch von den Entscheidungen von ca. 7 Milliarden Menschen, von ca. 200 Staaten, von diversen Zentralbanken, Finanz- und Wirtschaftsministern, vielen mehr oder weniger demokratischen Wahlen, von Diktatoren und deren Auswirkungen abhängig.

Aber ist dies – für eine strategische Anlageentscheidung – relevant? Ich denke, prinzipiell nein! Denn Aktien sind für Anlagedauern von einem Kalenderjahr für strategische Anleger das ungeeignete Anlagemedium! Aktieninvestments für diesen Anlagehorizont sind eher als Spiel, als Wette, als „Zocken“ zu titulieren.

Je länger jedoch der Anlagehorizont, desto sicherer das positive Ergebnis. So hat es in der Vergangenheit bei Laufzeiten jenseits der 20 Jahre keine Verluste gegeben. Auch hat keine andere Anlageklasse die Aktie in der Rendite geschlagen. 20 Jahre , eine für die Altersversorgung vergleichsweise kurze Laufzeit.
Muss dies – weil es in der Vergangenheit so war – auch in der Zukunft so sein? Nein, nicht, weil es in der Vergangenheit so war; aber es kann in unserer Marktordnung nur so sein , da das Unternehmertum der Kern, die Quelle jeden Wirtschaftswachstums ist und die Eigentümer – hier die Aktionäre – an der Quelle der Wertschöpfung beteiligt sind und – auf eine einzelne Firma gesehen – das unternehmerische Risiko tragen. Die verzinsliche Anlage versetzt den Anleger dagegen in die Position des Gläubigers, eröffnet dem Schuldner, in der Form des Unternehmers, die Chance auf gewinnträchtige Investitionen, als Staat die Möglichkeit der Haushaltsfinanzierung, als Bank den Weg zu lukrativeren Geschäftsfeldern – auch zur Finanzierung von Bau und Kauf von Immobilien.

Während für langfristige Anlage- und Sparprozesse intelligente Investments in unternehmerische Beteiligungen das Medium sind – und eben nicht die verzinsliche Anlage –, ist die verzinsliche Anlage auch in der heutigen Zinslandschaft das Medium für die kurzfristige Anlage. Insofern ist eine Rückschau mit all Ihren bewegenden, teilweise unverständlichen oder auch schockierenden Ereignissen – wie Naturkatastrophen, Terroranschlägen, Kriegen, unerwarteten Zins- und Kursentwicklungen, Wahlergebnissen etc. – kein guter Ratgeber für die Zukunft, schon gar nicht für die Dauer eines Jahres, so auch für das ins Haus stehende Jahr 2017.
Zudem sind Vorhersagen für das neue Kalenderjahr irrelevant für strategische Anlageentscheidungen, sondern schlicht eine Hochrechnung auf Basis der jeweils aktuellen, täglich sich verändernden Datenlage.

Ziel meiner Ausführungen war es, ein wenig von den mehr oder weniger dramatischen tagesaktuellen Meldungen und deren vergänglichen Einflüssen abzulenken und den Fokus auf den elementaren Zusammenhänge zu richten.
In diesem Kontext wünsche ich Ihnen ein frohes, friedvolles Weihnachtsfest mit der Familie und/oder Freunden, erholsame glückliche Tage und einen guten Rutsch in ein gesundes, erbauliches, erfolgreiches neues Jahr 2017 – mit vielen richtigen privaten wie beruflichen Entscheidungen.

Ihr Wolfgang Bruger

Geld richtig anlegen

Das Ziel im Blick

AnlagestrategieIm Blog – „Lernen von Warren Buffett“ – habe ich mich zu allgemeinen anlagestrategischen Überlegungen geäußert und versucht, Ihnen mögliche Ängste vor Kursschwankungen zu nehmen. Heute will ich konkreter werden.

Angenommen ein Anleger verfügt aus einer abgelaufenen Lebensversicherung, eines Hausverkaufes, einer Abfindung, Schenkung, eines Erbes oder schlicht Ersparnissen über einen gewissen, zur Anlage freien, Betrag von beispielsweise 10.000 Euro, 20.000 Euro, 50.000 Euro oder mehr und könnte zudem oder ausschließlich monatlich einen festen Betrag sparen. Wie sollte er vorgehen?

Losgelöst von der Höhe des Betrages, stets gilt es in einem ersten Schritt das Spar- bzw. Anlageziel bzw. auch verschiedene Spar- bzw. Anlageziele festzulegen, denn ohne klare Zielformulierung kein optimaler Weg! Welche Ziele könnten dies sein und wie wirken sich diese auf die Wahl der Strategien aus?
Am sinnvollsten ist hier die Differenzierung nach der zeitlichen Erstreckung der Sparprozesse bzw. Anlagedauern. So unterscheidet man nach unbefristeten – wie z.B. der Liquiditätsreserve – nach kurzfristigen (bis 2 Jahre), mittelfristigen (2 bis 8 Jahre) und langfristigen Zielen (über 8 Jahre).
Grund hierfür ist, dass aus den genannten Laufzeiten unterschiedliche Anforderungen an Lösungen erwachsen: Während für die Liquiditätsreserve und kurzfristigen Anlagezeiträumen die Wertstabilität über allem steht und der Zins (aktuell zwischen 0,0 und 0,5%) eher nebensächlich ist, sind bei langfristigen Spar- bzw. Anlagezeiträumen der Ertrag und ganz andere Kriterien relevant.

Bedeutung des langfristigen Ertrags: Dies zeigt sich z.B. bei einer 30-jährigen Anlage von 10.000 Euro, die bei
0% Zins: 10.000,00 Euro  / 1% Zins: 13.478,50 Euro  /  3% Zins: 24.272,60 Euro /  6% Zins: 57.434,90 Euro  erbringt.

Relevanz der breiten Streuung

Warum? Je länger die Spar- bzw. Anlagezeiträume sind, desto stärker ist die Bedeutung zukünftiger nationaler bzw. weltwirtschaftlicher, steuerlicher bzw. politischer Veränderungen, auf die wir keinen Einfluss haben, für den Erfolg unserer Anlageentscheidungen. Man denke an den möglichen Brexit, die Entwicklung des Arbeitsmarktes und der Inflation speziell Amerikas, etwaige Zinsentscheidungen von Frau Yellen (FED), Herrn Draghi (EZB), die Entwicklung des Ölpreises, das Wachstum in China und Indien.
All das zeigt – und zwar unterschiedliche – Wirkung auf die verschiedenen Anlageklassen wie Bankeinlagen, verzinsliche Wertpapiere, Immobilien, Rohstoffe, Edelmetalle und unternehmerische Beteiligungen, insb. Aktien.
Mithin sollen wir der alten Bauernregel folgen: „Tu nicht alle Eier in einen Korb!“; sprich: Wir müssen mit einer breiten Streuung eine „Atomisierung“ des Gesamtrisikos verfolgen – übrigens die einzige Absicherung, die kein Geld kostet. All dies wird von den Fachleuten unter dem Begriff Diversifikation gefasst.
Wie kann Diversifikation funktionieren? Eine breite Streuung sollte über eine Aufteilung unserer Anlage- und Sparbeträge in mehrere Regionen der Welt und damit in aller Regel in verschiedene Währungen in unterschiedlichste Branchen – z.B. Industrien, IT Branchen, Finanzdienstleistungen,  Anlageklassen – also Nominal- bzw. Geldwerte, Realwerte wie Aktien, Immobilien, Edelmetalle , erfolgen, die – wie gesagt – bei unterschiedlichen Zukunftsszenarien unterschiedlich – positiv bzw. negativ – reagieren.

Bedeutung von Schwankungen

Geldanlage

Bildquelle: Finanzportal24 GmbH – Finanzplaner-Software PRO

Weniger wichtig ist bei längerfristigen Anlagen m. E. die durchgehende, jederzeitige Wertstabilität. Welchen Einfluss die Verfolgung dieses Ziels – gepaart mit einer zusätzlichen Mindestverzinsung – haben kann, zeigen die Probleme, mit denen sich zurzeit die Lebens- und Rentenversicherer konfrontiert sehen.
Anders beim monatlichen Sparen. Hier ist die laufende Schwankung des besparten Produktes sogar vorteilhaft, macht doch der Sparer eines volatilen Aktienfonds-Sparplanes grundsätzlich alles richtig. Denn er kauft mit einem monatlich konstanten Betrag in den Kurstälern relativ viele (günstige) Fondsanteile und bei hohen Kursen automatisch relativ wenige Fondsanteile.

Dies ist ohne Frage schlau! Denn – so zeigt das Schaubild – der Sparer erzielt einen merklichen Gewinn, obwohl sein Einstiegskurs über dem Verkaufspreis liegt! Benannt wird dieses Vorgehen als „cost-average-Methode“.

Weitere relevante Entscheidungskriterien:

Vor dem Hintergrund der Dynamik der Globalisierung der Welt und der sich auch zukünftig mit wachsensendem Tempo vollziehenden Änderungen der Rahmenbedingungen für Spar- und Anlageprozesse ist auf einige weitere Punkte zu achten. Dies sind z.B.

 

 

  • die sich möglicherweise verstärkende (gefühlte/tatsächliche) Inflation
  • die Bonität der Produktgeber, bei verzinslichen Anlagen der Schuldner u. ggf. Garantiegeber
  • die Anpassungsfähigkeit des Produktes an die sich ändernden Rahmenbedingungen
  • die Flexibilität der Produkte und etwaige Mitwirkungsmöglichkeiten bei deren Strukturierung

Welche Anlageprodukte eignen sich für eine längerfristige Vermögenanlage bzw. einen entsprechenden Vermögensaufbau?

Prädestiniert hierfür sind verschiedene, international investierende, offene Aktien- bzw. Mischfonds oder – noch besser – Portfolios, also zielgerichtet Zusammenstellungen, aus diesen. Beispiele wären hier

  • internationale Large-Cap-Fonds (Großunternehmen)
  • Nebenwerte-/Small Cap-Fonds
  • Schwellenländer-/Emerging-Market-fonds,
  • Hemisphärenfonds, wie z.B. Asien- bzw. Pazifikfonds
  • Fondsgebundene Vermögensverwaltungen.

Wenn Anlegern die auch zukünftig immer wieder auftretenden stärkeren Schwankungen an den Börsen – insbesondere bei Einmalanlagen – ein ungutes Gefühl bereiten, sind ausgewählte, von den Kapitalmärkten weitestgehend unabhängigen „Alternativ Investment Fonds“, kurz AIFs geeignet.

Sparplan und Einmalanlage

GewinnzoneDer Sparplan ist aus besagten Gründen tendenziell offensiver (Schwankungsintensiver/volatiler) auszurichten, die Einmalanlage tendenziell defensiver (schwankungsärmer). Denn Anlagebeträge gewinnen im Gegensatz zu Sparplanen aus Schwankungsintensität des Produktes keinen systematischen Vorteil – sie profitieren allein aus langfristigen Kurssteigerungen und Dividendenerträgen.
In dem Bestreben, das Risiko weiter zu streuen und damit zu reduzieren, kann man offene Investmentfonds und AIFs – neben der Streuung innerhalb der Fondsgruppen – auch noch miteinander kombinieren. Gern machen wir Ihnen hierzu individuelle Vorschläge.
Welche Vermögensbildungsstrategien und Produkte zur Realisierung des vorstehend Gesagten nun am geeignetsten sind, hängt von

  • dem jeweils aktuellen Anlagebedingungen
  • dem dann geeigneten Produktangebot sowie
  • Ihren persönlichen Wünschen Zielen ab.

Entsprechend können nähere Informationen und konkrete Vorschläge nur in einem persönlichen Gespräch gemacht werden.
Welche Rolle im Einzelfall noch staatliche Förderungen spielen können, hierzu in einem der folgenden Blogs.

Mit freundlichen Grüßen

Brugerbild

Ihr Wolfgang Bruger & Team

Lernen von Warren Buffett

InvestmentVon den „Alten“ lernen ist nicht gerade sexy – schon gar nicht für die Jugend. Wenn es sich allerdings um Tipps von einem „Guru“ handelt, sollte man seinen Aussagen schon gewisse Aufmerksamkeit schenken. Benjamin Graham war der Lehrmeister von Warren Buffett – einem der erfolgreichsten Investoren aller Zeiten. Er gab seinem berühmten Schüler einst folgenden Kernsatz mit auf den Weg: „Der Preis ist, was du zahlst – der Wert ist, was du kriegst“. Warren Buffett ergänzte: „Ob wir über Socken reden oder Aktien, ich bevorzuge es, Qualitätsware zu kaufen, wenn die Preise herabgesetzt sind“. Danach zu handeln ist die Aufgabe der Fondsmanager. Dieser Tipp von einem der reichsten Mann des Planeten ist aber auch eine zentrale Leitidee für jeden Anleger. Häufig sind wir bei Kurseinbrüchen jedoch nicht etwa zum Kauf motiviert, sondern erst einmal geschockt. Die Preisrückschläge verunsichern viele Anleger. Doch tatsächlich sind diese „Vergünstigungen“ die von Buffett gemeinten Gelegenheiten, Qualitätsware zu herabgesetzten Preisen zu kaufen!

Eine ebenso bedeutsame Empfehlung vom Meister Buffett: „Nervosität und Kosten sind die größten Feinde. Und wenn Investoren darauf bestehen, rechtzeitig in Aktien ein- und auszusteigen, dann sollten sie versuchen, ängstlich zu sein, wenn andere gierig sind, und gierig, wenn andere ängstlich sind.“ Ob die aktuellen Kurse nun preiswert sind, das wird die Zukunft zeigen. Sicher ist jedoch, dass die „wahren Werte“ der Papiere in diesem Tempo sicherlich nicht fallen und steigen – es sind lediglich die PreiseChart

Wie viel einzelne Aktien, Aktienfonds oder ausgewählte Portfolios wert sind, hängt von den Zukunftserwartungen der Investoren ab. Kurzfristig ist – wie wir häufig in der Vergangenheit gesehen haben – alles möglich. So hat es immer wieder Rückschläge gegeben. Längerfristig sind die Entwicklungen regelmäßig sehr erfreulich. Hierzu sagte Warren Buffett vor geraumer Zeit:

„Langfristig werden die Börsen-News gut sein. Im 20. Jahrhundert durchlebten die USA zwei Weltkriege und weitere traumatische und teure militärische Konflikte, eine Depression, rund ein Dutzend Rezessionen, Börsenpanik, Ölschocks, eine Grippeepidemie und den Rücktritt eines in Ungnade gefallenen Präsidenten. Dennoch stieg der Dow Jones von 66 auf 11.497.“

Aktuell steht der Dow Jones übrigens bei rund 17.500!

Wie ist die Situation heute? Es gibt sehr viel Grund zur Sorge. Jeden Abend sehen wir die Brandherde in der Tagesschau. Übermäßige Staatsverschuldungen, Kriege, Unruhen, Flüchtlingsströme, drohender Brexit, fehlende Impulse aus China, das Sorgenkind Griechenland und mehr bieten allen Anlass zur Zurückhaltung.

Doch es gibt auch positive Signale! Die Zinsen bleiben auf lange Sicht äußerst niedrig. Steigen werden sie, wenn überhaupt – zunächst nur in den USA – sehr moderat. Anleger erkennen zunehmend, dass es sich bei verzinslichen Anlagen um zinslose Risiken handelt und wenden sich verstärkt den „risikoreicheren“ (volatileren = schwankungsintensiveren) Anlageformen zu.
Auch die besser als erwartete konjunkturelle Entwicklung in Europa und der moderat steigende Ölpreis sind zu nennen. Außerdem gibt es unter dem Stichwort „Digitalisierung 4.0 „ diverse Entwicklungsschübe: selbstfahrende Autos und 3D Drucker sind anschauliche Beispiele.
Weitere positive Effekte sind von notwendigen Infrastrukturmaßnahmen zu erwarten. So schätzt die OECD das weltweite durchschnittliche Investitionsvolumen für neue Infrastruktur sowie für die Instandhaltung der bestehenden auf jährlich etwa 1,8 Billionen Dollar für die Jahre 2010 bis 2030 ! Was lernen wir daraus?

Der Optimist wird mit zunehmender Laufzeit seiner Anlagen Recht bekommen (siehe Schaubild).

DAX-Grafik-Buffett

Der Pessimist wird kurzfristig immer wieder Belege für seine Zurückhaltung finden. In diesen Rückschlagphasen steigt der Optimist dagegen in den Markt ein – er ergreift die sich bietenden Chancen, wie Warren Buffet es empfiehlt.

Die Empfehlung für Ihre persönliche Anlagestrategie

  • Sie möchten Ihre Chancen nutzen,
  • Rückschläge weitestgehend vermeiden,
  • einzelne Anlage-Entscheidungen nicht selbst fällen,
  • sondern den Experten überlassen und
  • den mit Transaktionen verbundenen Papierkrieg umgehen ??!!

Dann möchten wir Ihnen einen Weg aufzeigen, der all dies berücksichtigt: die fondsgebundene Vermögensverwaltung. 

Wenn Sie Fragen hierzu haben, sprechen Sie uns gern an. Wir stellen Ihnen die Besonderheiten dieser zeitgemäßen und hochattraktiven Anlagealternative gern vor.

 

Mit besten Grüßen

Brugerbild

Wolfgang Bruger

Lademannbogen 10 –  22339 Hamburg – Tel.: 040/500213-0 /  Fax: 040/500213-99  – service@wba24.de

Vermögensbildung – Rendite durch Streuung

Aus der Praxis für die Praxis:

Rendite durch die richtige Anlagestrategie mit StreuungNeulich sprach ich im Rahmen unseres Jahresgesprächs mit einem langjährigen Mandanten seine „Anlagebilanz“  durch –  eine nach Anlageklassen strukturierte Übersicht seiner Investments. Dabei sprachen wir auch über seine selbstbewohnte Eigentumswohnung. Der Mandant teilte mit, dass diese in den letzten 20 Jahren eine Wertsteigerung von 100 Prozent, also eine Verdoppelung, erfahren habe. Er war ob dieser Entwicklung recht erfreut; ich erlaubte mir, ohne das Investment schlecht machen zu wollen, diese jedoch ein wenig zu relativieren.

Wir bemühten die Mathematik und kamen auf eine jährliche Rendite von
p = 3,527 Prozent
 (p für Rendite). Mit der „72-er-Regel“ * (siehe unten) kommt man „zu Fuß“ auf p = 72/t = 3,6 Prozent (t für Jahre).

Wenngleich diese Zahl zunächst erfreulich ist, sind der Rendite jedoch Kosten und Risiken entgegenzusetzen. So hat der Mandant im Laufe der Jahre einige Werterhaltungs- bzw. Modernisierungsmaßnahmen ergriffen, die bei exakter Berechnung abzuziehen sind. Zudem sind Zeit und Nerven, die in die Eigentumswohnungen investiert wurden, ins Kalkül zu ziehen.

Welche Risiken aber könnten eintreten?
Dazu gehören: Veränderung der Eigentümerstruktur, Zahlungsfähigkeit der Miteigentümer, Umlage von Kosten wie Dach, Heizung, Fenster, Balkon. Darüber hinaus wird der Wert – abgesehen von der erfreulichen allgemeinen Immobilienpreissteigerung der vergangenen Jahre – jedoch vom speziellen Umfeld, der nachbarschaftlichen Bebauung etc. geprägt.
Was will ich damit sagen? Der Erfolg jeder Anlage, auch der der liebgewonnenen Immobilie, hängt in hohem Maße von den für diese relevanten Rahmenfaktoren ab, von der Bauphysik und den ökologischen, politischen, rechtlichen, konjunkturellen Einflussfaktoren ab. Wie aber kann ich diesen entgehen?

Die Zauberformel heißt Streuung!
Setze ich alles auf eine Karte z. B. 100.000 Euro in eine Anlage und erziele über 40 Jahre jährlich 1 Prozent, so ergibt dies ca. 148.000 Euro. Teile ich die 100.000 Euro auf 10 Anlagen von jeweils 10.000 Euro auf und erhalte bei 9 Anlagen nicht nur 0%, sondern erleide gar bei diesen einen Totalverlust und macht die 10. Anlage über die 40 Jahre 6,99% Rendite, so erziele ich ebenfalls ca. 149.000 Euro. Erreichen 8 der 10 Anlagen eine positive Rendite und alle 10 Anlagen im Durchschnitt 5 Prozent per anno, so lautet das Ergebnis ca. 700.000 Euro.

Das bedeutet: Eine breite Streuung risiko- und chancenbehafteter Anlagen reduziert das Gesamtrisiko und erhöht die Chancen. Denn wäre hatte vor 10 Jahren gedacht, dass eine 10 jährige Bundesanleihe eine Rendite von 0,2 Prozent jährlich erbringt und das Sparbuch eine quasi Nullzins abwirft? Dass die Commerzbank nur noch mit staatlicher Unterstützung überleben kann und die Deutsche Bank in arge Nöte gerät? Dass Nokia, ehemals Marktführer im Handygeschäft, quasi von der Bildfläche verschwindet? Dass Amazon, Google, Facebook zu Giganten aufsteigen? Dass der Ölpreis von über 100 US $ auf ca. 27 US $ fällt anstatt weiter zu steigen? Dass VW sich in derartige Schwierigkeiten manövriert und Tesla einen sensationellen Zuspruch erfährt.

Wie wir diese enormen wirtschaftlichen Veränderungen in der globalisierten Welt – in englisch – „change“, in zeitgemäße Anlagestrategien bzw. Anlageformen ummünzen und damit unseren Anlegern die „chance“ eröffnen, dazu gehe ich demnächst auf diesem Blog ein. Ich freue mich auf Ihr Interesse!

Die 72er Regel ist eine praktikable Regel, die von der Finanz-Mathematik benutzt wird, um schnell zu schätzen, wie viele Jahre es dauert, um ein bestimmtes Kapital zu verdoppeln, oder um den Jahreszinssatz zu schätzen, der benötigt wird, damit ein gegebener Geldbetrag sich über eine gegebene Anzahl von Jahren verdoppelt. Die Regel besagt, dass „der Zinssatz in Prozent multipliziert mit der Anzahl der Jahre, die es dauert, einen Kapitalbetrag zu verdoppeln, ungefähr gleich 72 ist.

Ihr Wolfgang Bruger

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