Nach wir vor ist für viele Menschen das Projekt Vorsorge für das Alter und die Sicherung eines entspannten Ruhestands eng mit den Angeboten der Lebens- und Rentenversicherungen verbunden. Automatisch greifen sie für die Phase des Aufbaus auf die klassische und/oder fondsgebundene Lebens- bzw. Rentenversicherung zurück. Auch werden vor dem Renteneintritt gern freie Mittel in die Rentenversicherung eingezahlt. Als Ordnungsrahmen hat der Gesetzgeber dabei zunächst drei Säulen, 2005 dann mit dem RV-Nachhaltigkeitsgesetz und der Einführung der Basis-/Rürup-Rente drei Stufen definiert:

Stufe 1: Gesetzliche Rentenversicherung sowie Basis- bzw. Rüruprente
Stufe 2: Betriebliche Altersversorgung und Riesterrente
Stufe 3: Private Rentenversicherung

Doch langsam findet ein Umdenken statt. Die über Jahrzehnte gewachsene und fast automatisch gedankliche Verbindung „Altersversorgung = Rentenversicherung“ lockert sich. Einer der Hauptauslöser hierfür ist der – der vor Jahren noch unvorstellbar – massiv gesunkene Marktzins. Mit diesem sank im Zeitablauf der Garantiezins der Rentenversicherungen, insbes. aber deren auch deren Ertragspotential – denn die Versicherer legen den Löwenanteil von etwa 80% ihres Anlage-topfes in verzinslichen Anlagen an. Die Folge: Rentenversicherungen wurden sukzessive immer unattraktiver.

Die Rendite ist bei langfristigen Anlagen jedoch äußerst wichtig! Sie spielt in der für den Ablauf eines Spar- bzw. Anlageprozesses bestimmenden Formel: Anlage-/Sparbetrag x Laufzeit x Rendite die zentrale Rolle. Bei einem fixierten Vermögensziel und sinkendem Ertrag müssten also die Laufzeit und/oder der Anlagebetrag erhöht werden. Ergo: der Prozess wäre früher zu beginnen und/oder der Spar- bzw. Anlagebetrag zu erhöhen. Da die Anlagefähigkeit in aller Regel aber begrenzt ist, stellt sich die Frage, ob es rentablere Anlageformen gibt und wie der vermeintlich bestehende „Anlagenotstand“ zu lösen ist.

Lesen Sie hierzu in unserem nächsten Blog.

Ihr Wolfgang Bruger