Aus der Praxis für die Praxis:

Rendite durch die richtige Anlagestrategie mit StreuungNeulich sprach ich im Rahmen unseres Jahresgesprächs mit einem langjährigen Mandanten seine „Anlagebilanz“  durch –  eine nach Anlageklassen strukturierte Übersicht seiner Investments. Dabei sprachen wir auch über seine selbstbewohnte Eigentumswohnung. Der Mandant teilte mit, dass diese in den letzten 20 Jahren eine Wertsteigerung von 100 Prozent, also eine Verdoppelung, erfahren habe. Er war ob dieser Entwicklung recht erfreut; ich erlaubte mir, ohne das Investment schlecht machen zu wollen, diese jedoch ein wenig zu relativieren.

Wir bemühten die Mathematik und kamen auf eine jährliche Rendite von
p = 3,527 Prozent
 (p für Rendite). Mit der „72-er-Regel“ * (siehe unten) kommt man „zu Fuß“ auf p = 72/t = 3,6 Prozent (t für Jahre).

Wenngleich diese Zahl zunächst erfreulich ist, sind der Rendite jedoch Kosten und Risiken entgegenzusetzen. So hat der Mandant im Laufe der Jahre einige Werterhaltungs- bzw. Modernisierungsmaßnahmen ergriffen, die bei exakter Berechnung abzuziehen sind. Zudem sind Zeit und Nerven, die in die Eigentumswohnungen investiert wurden, ins Kalkül zu ziehen.

Welche Risiken aber könnten eintreten?
Dazu gehören: Veränderung der Eigentümerstruktur, Zahlungsfähigkeit der Miteigentümer, Umlage von Kosten wie Dach, Heizung, Fenster, Balkon. Darüber hinaus wird der Wert – abgesehen von der erfreulichen allgemeinen Immobilienpreissteigerung der vergangenen Jahre – jedoch vom speziellen Umfeld, der nachbarschaftlichen Bebauung etc. geprägt.
Was will ich damit sagen? Der Erfolg jeder Anlage, auch der der liebgewonnenen Immobilie, hängt in hohem Maße von den für diese relevanten Rahmenfaktoren ab, von der Bauphysik und den ökologischen, politischen, rechtlichen, konjunkturellen Einflussfaktoren ab. Wie aber kann ich diesen entgehen?

Die Zauberformel heißt Streuung!
Setze ich alles auf eine Karte z. B. 100.000 Euro in eine Anlage und erziele über 40 Jahre jährlich 1 Prozent, so ergibt dies ca. 148.000 Euro. Teile ich die 100.000 Euro auf 10 Anlagen von jeweils 10.000 Euro auf und erhalte bei 9 Anlagen nicht nur 0%, sondern erleide gar bei diesen einen Totalverlust und macht die 10. Anlage über die 40 Jahre 6,99% Rendite, so erziele ich ebenfalls ca. 149.000 Euro. Erreichen 8 der 10 Anlagen eine positive Rendite und alle 10 Anlagen im Durchschnitt 5 Prozent per anno, so lautet das Ergebnis ca. 700.000 Euro.

Das bedeutet: Eine breite Streuung risiko- und chancenbehafteter Anlagen reduziert das Gesamtrisiko und erhöht die Chancen. Denn wäre hatte vor 10 Jahren gedacht, dass eine 10 jährige Bundesanleihe eine Rendite von 0,2 Prozent jährlich erbringt und das Sparbuch eine quasi Nullzins abwirft? Dass die Commerzbank nur noch mit staatlicher Unterstützung überleben kann und die Deutsche Bank in arge Nöte gerät? Dass Nokia, ehemals Marktführer im Handygeschäft, quasi von der Bildfläche verschwindet? Dass Amazon, Google, Facebook zu Giganten aufsteigen? Dass der Ölpreis von über 100 US $ auf ca. 27 US $ fällt anstatt weiter zu steigen? Dass VW sich in derartige Schwierigkeiten manövriert und Tesla einen sensationellen Zuspruch erfährt.

Wie wir diese enormen wirtschaftlichen Veränderungen in der globalisierten Welt – in englisch – „change“, in zeitgemäße Anlagestrategien bzw. Anlageformen ummünzen und damit unseren Anlegern die „chance“ eröffnen, dazu gehe ich demnächst auf diesem Blog ein. Ich freue mich auf Ihr Interesse!

Die 72er Regel ist eine praktikable Regel, die von der Finanz-Mathematik benutzt wird, um schnell zu schätzen, wie viele Jahre es dauert, um ein bestimmtes Kapital zu verdoppeln, oder um den Jahreszinssatz zu schätzen, der benötigt wird, damit ein gegebener Geldbetrag sich über eine gegebene Anzahl von Jahren verdoppelt. Die Regel besagt, dass „der Zinssatz in Prozent multipliziert mit der Anzahl der Jahre, die es dauert, einen Kapitalbetrag zu verdoppeln, ungefähr gleich 72 ist.

Ihr Wolfgang Bruger

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